«The Munga Trail - the toughest race on earth»
Südafrika 18. - 23.4.2018
Rückblende
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The
Munga Trail - «The toughest race on earth». Ich war im Jahr 2017 bei der
ersten Ausführung dieses «Crazy Rennen» dabei. Wie es für mich damals ausging
ist hinlänglich bekannt. Ich hatte anschliessend Wochen, gar Monate Zeit mir zum damaligen
Rennverlauf meine Gedanken zu machen. Immer und immer wieder bin ich diese im
April 2017 in meinen Gedanken durchgegangen. Das Niederschreiben hat mir damals
geholfen das ich mich wieder an die wichtigsten Einzelheiten dieses Laufes zurück
erinnern konnte. Kaum vorstellbar. Man ist fünf Tage total fokussiert auf das
eine Ziel, dass damals hiess: «Blyde River Canyon, Zeitlimit total 120 Stunden».
Die Welt um dich herum könnte untergehen. Du gehörst nicht mehr dazu, du lebst
in deiner eigenen Welt.
Die Enttäuschung, dass ich damals knapp an meinem grossen Ziel gescheitert war,
war gross. Klar, ich hab’s gegen aussen verdrängt, niemand sollte meinen Frust
und die Erkenntnis spüren, dass am Schluss 20 km fehlten. 20 km die mich 12
Monate daran erinnern sollten ein nicht Finisher zu sein. Meine Reaktion Tage
darauf war klare Ablehnung. Niemals werde ich mich nochmals an dieser Tortur
beteiligen. Das Schlimmste für mich war aber nicht zu wissen warum ich es nicht
schaffen konnte.
Nach um nach mit dem Schreiben des letztjährigen Berichtes sowie mit dem
gedanklichen Ablaufen jeder einzelne Etappe, haben sich dann aber auch für mich
einige Fragezeichen in klare und nachvollziehbare Antworten umgewandelt.
Plötzlich wusste ich wo ich meine Fehler machte oder wo einem das Schicksal,
z.B. mit der defekten Lampe einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das
grosse Puzzle hat sich langsam aber stetig zu einem Bild zusammen geformt. Bis auf
die letzte Nachtetappe konnte ich nun meinen Munga Trail wieder als Ganzes wahrnehmen.
Am 11. Mai erschien im Ustemer Regionalblatt ein Artikel über meinen Lauf unter
dem Titel «Mit der Kuh im dunkeln Rennen». Ich wurde da zitiert dass ich mir
eine Teilnahme für 2018 übererlege….Nur wenige Stunden nach Erscheinen diese
Berichtes hat mir mein Bruder klar zu verstehen gegeben, dass das so viel für
ihn hiesse, dass ich im 2018 sicher wieder dabei sein werden. Ich denke nicht
nur er, sondern alle die mich ein bisschen kennen haben das gleiche Fazit aus
dieser Aussage gezogen. Also der erste Schritt zum Munga 2018 war getan. In den
kommenden Wochen versuchte ich meine damaligen Fehler klar zu definieren. Diese
hiessen ganz klar:
- Sehr schlechte Kenntnisse mit dem GPS Gerät und ungenügendes Studium der
Streckenpläne im Vorfeld
- Falsche Einteilung der Ruhepausen
- Unökonomischer Laufstiel, fehlende Rumpfkraft
- Verzicht auf Laufstöcke
- ½ Nummer zu kleine Laufschuhe
- Verlaufen im dichten Dschungelwald auf dem Fani Botha Hill (mind. 3 Stunden
den Weg gesucht)
- Pech mit der defekt der Stirnlampe
- Anfängerfehler dass ich die Reservelampe kurz vor dem Start aus dem Rucksack
genommen habe
Alles kleine aber in der Summe
entscheidende Details die am Schluss dazu geführt haben, dass die vorgegebene
Zeit von 120 Stunden nicht eingehalten werden konnte.
Mit der Erkenntnis der festgestellten Fehler kam bei mir aber auch langsam die
Einsicht, dass es doch nicht ganz unmöglich schien den Munga zu finishen. Jetzt
hatte ich mir praktisch eine Rettungsschlinge gelegt an welcher ich mich Stück
um Stück wieder aufbauen konnte. Meine fehlende Grundgeschwindigkeit sollte
also nicht dazu führen, dass wenn die anderen Punkte verbessert werden konnten,
ich den Munga nicht bestehen könnte. Nein ich war mir sogar ganz sicher, dass
mit harter Arbeit, Trainingsdisziplin und meiner doch sehr grossen Erfahrung
als Langstreckenläufer das Ziel erreicht werden kann.
Ich legte mein Schwergewicht in den kommenden Monaten darauf meine Rumpfmuskulatur
zu stärken und damit auch meinen Laufstil zu verbessern. Unzählige Einheiten im
Fitnessstudio, meist in der Mittagspause oder am Wochenende waren nötig um mich
auch körperlich wieder in Schuss zu bringen. Anzufügen wäre noch, dass die
Folterkammern und Foltergeräte definitive nicht meine Lieblings Orte und meine
bevorzugten Instrumente sind wo ich mich gerne abquälen wollte.
Mit der Erkenntnis bald altersmässig an der 60 zu kratzen blieb mir halt aber
gar nichts anderes mehr übrig als meinen Body auch Fitnessverrückten zu
präsentieren. Bin gar nicht so sicher ob seit dem die Besucherzahlen
besorgniserregend zurückgegangen sind! Bereits am Tor des Géants im Herbst 2017
konnte ich von dieser zusätzlichen Verbesserung profitieren.
Dass ich mich dann aber schlussendlich zu einer zweiten Teilnahme anmeldete
verdanke ich ganz speziell meinem Freund Stefan Müller. Auch er hat den Munga letztes
Jahr nicht geschafft. Bei seinem Besuch zusammen mit Annette bei uns im Engadin
hat er mich aber mit seiner positiven und zuversichtlichen Art, das unmöglich
scheinende zu packen, sehr beindruckt. Für ihn war absolut klar, dass er es
nochmals versuchen würde. Er war es auch, im Gegensatz zu mir, der sicher war, dass
ich mich auch nochmals aufraffen werde und mit ihm zusammen diese zweite Chance
packen muss. Eigentlich habe ich mich bei seinem Besuch dann auch schon
entschieden, dass ich nochmals an den
Start gehen werde. Das heisst fast entschieden. Es gab da noch das Problem mit
dem Zürich Marathon der am gleichen Wochenende über die Bühne gehen sollte wie
der Munga Trail.
16. Ausführung und alle 15 mal war ich dabei. Schwere Entscheidung….Aber einmal
musste ich ja Farbe bekennen. Munga oder Zürich. Meine Wahl fiel auf Südafrika
und ich sollte es nicht bereuen.

Vorbereitung
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Nachdem ich mich dann nach den
Weihnachtstagen definitive angemeldet habe sollte die intensive Phase der
Vorbereitung folgen. Ein Jahr zuvor für die erste Teilnahme habe ich von Januar
bis April rund 1000 km abgespult. Das Wetter im Winter 2017 war optimal für
mein Training. Dieses Jahr sollte es aber etwas anders aussehen. Ich kam auf
knapp 500 km was mir doch etwas Kopfzerbrechen bereitet. Einerseits war es sehr
kalt und teilweise auch schneereich, andererseits bin ich mit Monica im Januar
/ Februar noch nach Mauritius und La Réunion verreist. Wunderschöne Ferien mit
extrem wenigen Trainingseinheiten! Der Kopf konnte bestens durchlüften ob es
für die Beine genug war sollte sich noch herausstellen. Mit dem Snow Run
Anfangs Januar hatte ich nur ein einziges Rennen vor dem Munga (Two Oceans
ausgenommen) in den Beinen. Auch den Crux Lauf (56 km) ende Februar musste ich wegen
einer Zahnoperation noch absagen. Also für mich war es schon speziell in diesem
Zustand nach Südafrika zu reisen. Aber neben der körperlichen gibt es ja auch
noch eine mentale Vorbereitung. Und ich glaube im Nachhinein sagen zu können
diese habe ich optimal gemeistert. Mein Kopf fühlte sich stark an, ich war
überzeugt bis in die Fussspitzen, dass ich es diesmal schaffen werde. Die
negativen Eindrücke wie Lampenprobleme, fehlende GPS Kenntnisse und alles
weiter Unvorhersehbare habe ich einfach ausgeblendet. Meine Gedanken habe ich
zu jeder Tages- und Nachtzeitz auf
«Positiv» gestellt. Ich liess kein Zweifeln zu, auch wenn es mal nicht so lief,
so waren denn meine Gedanken schon in Afrika und ich bereits beim Einlaufen
über die Ziellinie.
Spendenlauf «Run4ayoba»
Das war meine zweite
Motivation. Nachdem sich bei meinem letztjährigen Spendenlauf für das Camp
Sweetdale so viele Menschen an meiner Spendenaktion beteiligten und einen unglaublichen grossen Beitrag für
das Projekt beigesteuert haben, war ich es meiner Meinung nach auch diesen
Personen schuldig den Munga nochmals zu versuchen. Ein paar Wochen davor wurde
ich in den sich neu zusammensetzenden Vorstand von Ayoba gewählt. Wir haben
dann lange überlegt, ob es sinnvoll ist die Spendenaktion nochmals zu
lancieren. Wir kamen zum Schluss, zwecks unseres Auftrages auch meinen zweiten
Versuch als Spendenlauf «Run4ayoba» zu
starten. Ein Radiointerview bei Radio Zürisee und ein Artikel in 20 Minuten
sollten das Interesse einzelner Gönner und Spender nochmals auf diesen Lauf
richten. Ob und wie erfolgreich diese Aktion schlussendlich sein wird, wird sich
dann erst in ein paar Wochen zeigen.
Back to South Africa
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| Blick rüber zum Lions Head |
An Mittwoch vor Ostern, drei
Wochen vor dem Start zum Munga Trail war es dann soweit. Moni und ich hatten
die Koffer gepackt, ich natürlich mit unglaublich viel Übergewicht. Zusammen
mit Albisreisen und in Begleitung von Markus Roth ging es via Frankfurt nach
Kapstadt. Eine tolle Truppe machte sich auf zum Two Ocean Marathon. Dabei waren
auch Roland Cavelti, Daniel Eberle und weitere mir von anderen Läufen her bekannte
Gesichter. Der Two Ocean Marathon über 56 km sollte für mich ein letzter Test
werden im Hinblick auf den Munga. Natürlich darf man diesen, nach dem Comrades
Marathon bekannteste Ultralauf in Südafrika mit der bevorstehenden Herausforderung
Munga Trail nicht vergleichen. Ich habe einfach die Chance wahrgenommen diesen populären Ultralauf auch noch in meine Sammlung aufzunehmen.
(Siehe: http://stekeller.blogspot.com/2018/03/)
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| Chapmans Peak |
Test bestanden, keine körperlichen Probleme jetzt einfach noch zwei Wochen
ruhen und relaxen. Nachdem Moni leider wieder heimreisen musste besuchte ich
die Familien Wenger und Kern in Margate, ca. 100 km südlich von Durban. Ich
wurde herzlich von Dani und Connie sowie von Roland und Sibylle empfangen. Es
waren tolle Tage und ich hab nochmals sehr viel erfahren über das Camp
Sweetdale, die Arbeit und die Visionen meiner Freunde. Einmal mehr, es war ja
nicht mein erster Besuch im Camp, bin ich berührt mit wieviel Hingabe und
Engagement sie sich für die ärmsten und
schwächsten unserer Gesellschaft, den Jugendlichen und Aids Waisen in diesem
Teil von Südafrika annehmen. Ich habe noch oft im Verlauf meiner weiteren Reise
von verschiedenen Menschen, Südafrikanern aber auch Läufern aus Europa
Bewunderung und Dankbarkeit herausgehört für ihre grosse und unermüdliche
Arbeit die sie hier leisten. Mein bzw. unser Entscheid nochmals für Sweetdale
zu sammeln war absolut richtig – ich wusste jetzt, dass ich alles geben musste
um dieses Monster von einem Rennen zu bodigen. Am meisten berührt hat mich dann
aber die Geste der Jugendlichen. Sie schenkten mir ein Cape und ein Sweetdale
T-Shirt. Und als Krönung sangen sie für mich ihre Hymne. Soscholosa. Diesen
Moment werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen.
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| Sweetdale Camp in Margate südlich von Durban |
Nach dem Besuch im Camp ging
es weiter nach Johannesburg bzw. nach Pretoria wo ich bei meinen Freunden
Stefan und Annette Müller Gastrecht hatte. Natürlich drehten sich die Gespräche
die letzten Tage nur noch um das eine und entscheidende Thema. «Munga Trail
2018!!!»
Auch Rolf, Stefans Bruder verbrachte die letzten Tage noch mit uns zusammen und
ich glaube Annette konnte unsere Diskussionen um die letzten aber auch wirklich
allerletzten Vorbereitungen nicht mehr hören. Wie oft haben wir den Rucksack
nochmals neu gepackt und ein weiteres Mal optimiert.
Endlich war es dann aber soweit. Am Dienstag, 17. April sind wir zu dritt zum
Startpunkt gefahren. Gespannt und auch hoffnungsvoll was uns die nächsten fünf
Tage oder 120 Stunden noch erwarten sollte. We will see…
15 Verrückte
Die Begrüssung all der bereits
bekannten Läufer und Läuferinnen war sehr herzlich. Es kam mir vor, wie wenn
ich zurück in meine Familie komme. Richard aus Sambia war wieder dabei, Nicky
und Bennie die beiden Titelverteidiger, Vicky welches es auch diesmal mit
Wandern versuchen wird, Rene mit ihr habe ich letztes Jahr einen Grossteil der
Strecke gemeistert und natürlich die beiden Organisatoren Erik und Alex. Schade
leider mussten kurz vor dem Start noch zwei Teilnehmer wegen Krankheit absagen.
Philip Boardmann, er wäre der älteste Teilnehmer gewesen, und aus Deutschland
Rafael Fuchsgruber der sich kurzfristig für eine Teilnahme entschieden hat.
Im Gegensatz zur ersten Ausführung hat sich das Teilnehmerfeld von 24 auf 15
reduziert. Vier kommen aus Europa, einer aus Sambia und die restlichen zehn
waren einheimische aus Südafrika.
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| Wiederholungstäter |
400
Kays 5 Days on Foot
1. Etappe Lakenvlei to Elandskloof
Trout Farm 65 km
Waterpoint 1 → km 17 / Waterpoint 2 → km 41
Heute Morgen war es schon
etwas ruhiger beim Frühstück als noch gestern Abend. Ich glaube alle sind sich
nun bewusst was in den kommenden Tagen abgehen wird. Um 10 Uhr gab es ein
kurzes Briefing über die gesamte Strecke und jeder Läufer und jede Läuferin hat
sich kurz vorgestellt. Die meisten kannten sich aber schon.
Fürs Album wurden nochmals ein paar tolle Bilder vor dem Start geknipst. So
frisch werden wir die nächsten Tage sicher nicht mehr aussehen. Kurz vor zwölf
standen dann alle bereit und nach einem kurzen Gebet durch Eric und gegenseitigen
Glückwünschen fiel pünktlich um 12 Uhr der Startschuss zum zweiten Munga Trail.
Wie er wohl ausgehen wird? Schaffe ich es diesmal? Was werden wir während
diesen 120 Stunden wohl alles erleben? Ich bin freudig gespannt und immer noch
voll überzeugt, dass ich es diesmal packen werde.
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| Mit Freund Stefan kurz vor dem Start |
Das erste Teilstück dieser Etappe wurde um etwa 18 km gekürzt. Wie ich
vernommen habe soll die Genehmigung für einen Teil der Strecke nicht erteilt
worden sein. Jedenfalls gingen alle wie immer gleich Volldampf auf die Strecke.
Man könnte meinen nach 20 km sei Schluss. Der letztjährige Einsatz mit Carsten
zusammen ist mir aber noch in guter Erinnerung. Für mich war es damals einfach
eine Nummer zu schnell. Also habe ich mich gleich so eingestellt wie ich mir
das vorgestellt habe. Joggen aber in einem angenehmen Tempo. In den Körper
hineinhorchen was er geben kann und will. Zudem musste ich mich zuerst auch
wieder an den ca. 6 kg schweren Rucksack gewöhnen.
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| Erster Checkpoint, da konnten wir noch Lachen |
Ich fühlte mich gut und bis zum ersten Waterpoint (WP) den ich nach ca. 2 Std.
15 Min erreichte habe lief es optimal. Rolf, Richard und auch Rene waren
bereits in meinem näheren Umfeld.
Eine erste kleine Krise hatte ich dann ab km 28. Und man glaubt es kaum bereits
erste Krämpfe. Kenne ich doch noch vom letzten Jahre her. Nach rund 5 Std. 51
Min. trafen wird dann bereits bei WP 2 ein. Alles ok. Krämpfe überstanden.
Die erste Etappe war bis km 24 sehr flach dann ganz leichter Anstieg um ca. 300
Höhenmeter. Gut zu laufen und den ersten kleinen Fluss haben wir auch bereits
hinter uns gelassen. Diesmal noch mit Schuhe ausziehen. Die Füsse sollten dann
aber nicht mehr lange so trocken bleiben.
Abwechselnd mit Rolf und den beiden anderen aber auch alleine hab ich dann nach
gut 11 Std. 50 Min. das erste Race Village Elandskloof Trout Farm erreicht.
Freue mich auf die gute Verpflegung und zwei Stunden Ruhezeit. Schlafen hat
leider nicht geklappt.
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| Rene und Richard «Dream Team» |
2. Etappe Elandskloof Trout
Farm to Coromandel Estate 80 km
Waterpoint 3 → km 97 / Waterpoint 4 → km 117
Um Punkt 24 Uhr ging’s weiter.
Gestärkt und etwas ausgeruht laufe ich mit Rolf und Richard los. Rolf hat dann
nach etwa einer Stunde einen anderen Schritt gewählt und so sind wir dann nur
noch zu zweit gewesen. Die Strecke kam mir vom letzten Jahr doch noch sehr bekannt
vor. Leicht coupiert aber nicht sehr schwierig. Die nassen Wiesen machen mir
schon mehr zu schaffen. Trockene Füsse das war mal. Laut Beschrieb laufen wir
auch an einigen Forellendämmen vorbei. Das bekommen wir aber in der Dunkelheit
nicht mit. Bei WP 3 morgens um 6 Uhr treffen wir dann wieder auf Rene. Leider
ist das Restaurant um diese Nachtzeit nicht offen aber ein paar Minuten
Erholung und etwas zu trinken gönnen wir uns schon bevor es dann wieder weiter
geht.
Von hier aus laufen wir dann
wieder zu dritt weiter. Nun geht es steil bergauf und Richard der in Zambia nur
wenige kleine Erhebungen kennt, macht nun auch Begegnung mit einem richtigen
Berg. Muss aber ehrlich zugeben, auch ich komme mega ins Schwitzen bei diesem
Aufstieg. Ist schon ganz schön steil hier. Zum Glück sind wir hier morgens und
noch nicht bei der grössten Hitze. Hier laufen wir aber auch nicht auf der
gleichen Route wie letztes Jahr. Die Schlucht wurde ausgelassen und wir sind
praktisch rum um den Berg und dann hoch gelaufen. Hat mir besser gefallen als
die Variante 2017.
Rene verabschiedet sich dann wieder von uns und so laufen wir teils getrennt
weiter bis Waterpoints 4 bei km 117, welchen wir nach knapp fünf Stunden erreichen.
Weiter geht’s und irgendwann
kommen wir an der Stelle vorbei, wo ich letztes Jahr im Dunkeln vor der Kuh
stand bzw. sie vor mir. Das wäre ja nicht problematisch gewesen aber leider gab
dann meine Stirnlampe den Geist auf. Dieses Jahr bin ich nun bei Tageslicht
hier und alles sieht wirklich etwas anders aus als damals. Die folgenden drei
Kilometer entlang der Bahnschiene sind dann auch nicht das gleiche wie damals in
der stockdunklen Nacht.
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| Und immer schön der Eisenbahn entlang |
Eine nette Frau bei der ich
meine Trinkflache auffüllen kann (es sollte ausser bei den Checkpoint eine der
wenigen Personen gewesen sein die ich auf der ganzen Strecke getroffen habe) gibt
mir dann noch eine Birne mit auf den Weg. Die hat herrlich geschmeckt. Es ist
schon unglaublich wie man plötzlich für die einfachsten Sachen dankbar ist die
man genau im richtigen Moment bekommt.
Die Frucht hat jedenfalls bestens geschmeckt und nachher kam ich ohne Probleme
den steilen Anstieg hoch. Der letzte Abschnitt bis zum Race Villages fordert
uns vor allem die letzten Kilometer gewaltig heraus. Ich kann mich noch gut an
letztes Jahr erinnern als ich alleine und ohne Tranlampe seitlich den
Wasserfall runter laufen oder besser gesagt kriechen musst. Dieses Jahr kommt
uns ein Helfer entgegen und der Abstieg ist nicht mehr ganz so schwierig wenn
man zu dritt bzw. zu viert runter steigen kann.
Um 18.25 Uhr erreichen wir RV2 Coromandel Estate. Die letzten Stunden hat es
stark geregnet teilweise mit Blitz und Donner. Für uns alle ist jetzt ganz klar
Schlafen angesagt. Davor gibt’s aber noch eine heisse wohltuende Dusche.
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| Da hoch mussten wir.... |
3. Etappe Coromandel Estate to
Merry Pebbles 83 km
Waterpoint 5 → km 162 / Waterpoint 6 → km 194
Über 4 Stunden geschlafen wow
das hat gut getan. Jetzt noch eine Stärkung und dann kann es wieder weiter
gehen. Leider hat es nicht geklappt, die Socken und auch die Schuhe werden
nicht mehr trocken. Dafür wäre eine längere Pause nötig und vor allem eine
Heizung um die Schuhe wieder trocken zu kriegen. Die Stimmung bei mir ist immer
noch recht gut. Körperlich fühle ich mich wieder etwas besser als wir um 00.25
Uhr loslaufen. Sorgen mache ich mir aber
schon wegen der Nässe. Hoffentlich kommt das gut. Aber bereits nach wenigen
Minuten Gehen kommt bereits wieder die nächste Regenfront, mit Schuhe trocken
wird das so nichts.
Waterpoint 5 erreichen wir gegen 03.20 Uhr freitagmorgens. Hier gibt’s einen
herrlichen Burger. Ich glaube der Streckenposten hat sich richtig gefreut, dass
er wieder jemanden d.h. drei Personen verpflegen und umsorgen konnte. An dieser
Stelle sei auch mal gesagt, was für einen grossartigen Job all die Helfer
machen. Sobald man ins Camp reinkommt wird man umsorgt und verwöhnt vom
Feinsten. Essen und Trinken wird geholt, Sanitäter verbinden einem die Füsse,
einfach perfekt.
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| Fusspflege war im Preis inbegriffen |
Die Pause hier wird dann doch etwas länger dauern und so starten wir um 04.40
Uhr und machen uns auf den Weg zur Kirche. Es regnet noch die ganze Nacht
weiter. Wir treffen am Waterpoint 6 bei km 192 nach sechseinhalb Stunden um
11.10 Uhr ein. Sieht bei Tageslicht auch ganz anders aus die Gegend als ich sie
mir vorgestellt habe. Auch hier gibt’s einen herrlichen Burger. Es ist schon
speziell was man so alles futtern kann. Die Kalorien verbrennen sich in
Windeseile und so mag man dann schon wiederkräftig zulangen.
Irgendwann nach dem Waterpoint
haben wir die 200 km Marke passiert. Die Hälfte ist geschafft jetzt geht es auf
den Heimweg….. Ist doch gut wenn man den Humor nicht verliert!
Die nächsten 36 km bis nach Merry Pebbles werden lange werden. Unheimlich lange,
es nimmt einfach kein Ende und die Stassen und Weg sind extrem nass und
matschig. Dazu kommt weiter Regen, abwechselnd mit Aufhellungen dazu.
Irgendwann bekomme ich einen stechenden Schmerz im rechten kleinen Zeh. Ich
muss den Schuh ausziehen und stelle fest, dass sich die Haut über den kleinen
Zehen abziehen lässt. Ich verbinde das Ganze und bin dann positiv erstaunt wie
gut es eigentlich beim Weiterlaufen geht. Ein Aufsteller war der Besuch von
Renes Freund und Begleitung. Die Cola schmeckte herrlich….Danke.
Mit kleinem etwa 5 Minütigem Vorsprung auf meine Kollegen komme ich dann um
19.39 Uhr am Freitagabend im Race Village Nummer 3 Merry Pebbles an.
Jetzt ist vor der Verpflegung Fusspflege mit dem Doktor angesagt. Die ersten
Blasen haben sich gebildet und erste kleine Entzündungen entstehen.
Erst nach Minuten bemerke ich
Rolf der leider ausgestiegen ist. Tut mir echt Leid für ihn. Nach einer grossen
und Kalorienreichen Abendmalzeit legen wir uns für ein paar Stunden hin zum
Schlafen.
4. Etappe Merry Pebbles to Grasskop
Summit Lodge 82 km
Waterpoint 7 → km 267 / Waterpoint 8 → km 287
Samstagmorgen. 5 (in Worten fünf)
Stunden geschlafen. Wow, komme mir vor wie neu geboren. Jetzt kann nichts mehr
passieren. Die Schmerzen in den Füssen denke ich nun einfach mal weg. Wir
starten dann um 04.00 Uhr in der Früh. Das klar mit Absicht, denn wir wollen
den Fanie Botha Trail unbedingt bei Tageslicht machen und nicht wie René und
ich letztes Jahr bei Dunkelheit. Zu dritte sollten wir uns dann eigentlich auch
nicht verlaufen. Aber auch das sollte täuschen. Nachdem wir den Einstieg in den
Dschungelwald mit den diversen kleinen Brücken geschafft haben stehen wir
plötzlich praktisch zuoberst am «Cathedral Falls».
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Cathedral Falls
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Wie eindrücklich, ein ca. 150
Meter grosser Wasserfall donnert in die Tiefe. Dass wir uns auf der falschen
Seite dieses Naturereignisses befinden merken wir erst viel später. Ist halt
doch nicht ganz so einfach in diesem Dichticht sich auf den Weg oder was das in
etwas sein könnte, zu konzentrieren. Der Umweg kostet uns ca. 90 Min. Irgendwann
habe ich aber vom Umstand genug, dass durch den Wald kein Sonnenlicht zu sehen
ist und ich erhöhe bergauf das Tempo. Ca. 10 Min. vor den anderen beiden bin
ich dann auf dem Gipfel. Da wo wir letztes Jahr mitten in der Nacht waren und
erbärmlich gefroren haben. Natürlich gibt’s auch in diesem Jahr wieder ein
Gruppenfoto.
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| Wieder einen Bergpreis geschafft |
Nach strengen 10 Stunden und
knapp 40 km erreichen wir Waterpoint 7. Dieser letzte Abschnitt war wirklich
technisch extrem schwierig zu laufen aber wir sind happy eines der Herzstücke
des Munga Trail geschafft zu haben. Langsam getraue ich mich auch hoffnungsvoll
voraus zu schauen. 267 km sind geschafft. Es steht noch ein grosses Stück Weg
vor uns. Der härteste Teil folgt noch. Ich glaube aber mit der diesjährigen
Strategie und mit einem anderen und vor allem längeren Schlafrhythmus komme ich
einiges besser klar als letztes Jahr.

Auch an diesem Checkpoint werden wir wieder mit grosser Unterstützung und
Freundlichkeit empfangen und verwöhnt. Süsse Pfannkuchen und ein paar kalte Gschwelti
helfen mir wieder auf die Beine. Aber auch diesmal fällt mir das Weitergehen
extrem schwer. Meine Füsse sind jetzt offen und wund und schmerzen extrem. 14.45
Uhr Rene und Richard laufen los und ich kann ihr Tempo im Moment nicht halten.
Erst nach etwa einer Stunde schliesse ich zu ihnen auf und kann dann auch
wieder meine Führungsaufgabe wahrnehmen. Vor allem bergab könnte ich sogar noch
schneller laufen aber ich habe kein Interesse die beiden stehen zu lassen. Die
paar Minuten ist mir das auf keinen Fall wert. Wie gesagt, es braucht halt
immer etwas Zeit um sich einzulaufen. Zudem laufen wir für einige Kilometer in
einem richtigen Sumpfgebiet rum und von Weg ist keine Spur zu sehen.
Die Stimmung unter uns dreien ist super, und wenn mal einer Krise hat unterstützen
wir uns gegenseitig. Vor Waterpoint 8 sind wir sogar noch zum Spassen
aufgelegt. Richard und ich tanzen wie die Ladys in Paris im Moulin Rouge. Um
ca. 20.45 Uhr erreichen wir WP 8 und da habe ich mich extrem auf die super,
leckere fettige Burewurst vom Grill gefreut.
Von WP 8 bis zum Race Village in Grasskop sind es noch gut 23 km und es wird
jetzt wirklich richtig hart. Nehme mir noch ein kleines Souvenir mit, eine
Schraube aus der alten und nicht mehr in Betrieb stehenden Eisenbahnlinie. Meine
beiden Freunde schauen schon etwas doof als ich mich kurz von ihnen absetze um
mir dieses Andenken zu holen. Schliesslich
nehmen sie aber gerne von mir auch eine Schraube als Erinnerung mit.
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| Finisher Medaille |
Wir befinden uns nun bereits im Einzugsgebiet des Blyde River Canyon aber das
heisst auch, dass es noch nässer wird als es bereits ist. Wir müssen ein einige
Male den Fluss überqueren und dabei bleiben wir definitive nicht trocken. Die
nächsten Stunden kommt nun nochmals ein sehr anstrengendes Stück Weg auf uns
zu. Zuerst geht es sicher 1 ½ Stunden in dichtem Urwald nur runter. Und als wir
den tiefsten Punkt erreicht haben natürlich alles auf der anderen Talseite
wieder hoch. Ich kann mich noch gut an den Weg von letztem Jahr erinnern.
Diesmal dünkte es mich aber, dass er überhaupt nicht mehr aufhören will. Zudem
ist es nun extrem kalt und mit dem vielen Wasser auch sehr ungemütlich.
Endlich, am Sonntagmorgen um 4.52 Uhr kommen wir in Grasskop an. Der einzigen
grösseren Ortschaft auf unserer Tour. Wir sind alle ziemlich entkräftet und
Müde.
Ich beschliesse hier nicht zu
schlafen. Ich war mir sicher dass ich Probleme bekommen hätte nach einem
kleinen Nickerchen wenn es dann weiter ging. So lasse ich mir einmal mehr vom
Doc meine Füsse verbinden und stärke mich noch für den letzten Teil des Munga
Trails.
5. Etappe Grasskop Summit
Lodge to Bourke`s luck Potholes 51 km
Waterpoint 9 → km 348
Was nun folgt muss mit
wirklich grossem Einsatzwillen angegangen werden. 51 km bis zum nächsten Race
Village und erst nach 38 km der nächste Wasser- Verpflegungsposten. Richard und
ich wir starten um 06.22 Uhr. Ich versuche noch Rene zu überzeugen, dass sie
auch mit uns mitkommt. Sie benötigt aber nun eine etwas längere Schlafpause und
somit sind wir die nächsten ca. 10 km nur zu zweit. Bei Gods Window kurz nach
Grasskop gilt es dann wieder Wasser zu queren. Da ich aber gerade einen trocken
Verband bekommen habe passt mir das überhaupt nicht und ich wollte mich gerade
auf machen um eine Stelle zu finden wo eine Überquerung möglich ist. Nun
gefällt das Richard aber überhaupt
nicht. Er nimmt mich huckepack und trägt mich über den Fluss. Das ist Service.
Als er meinen Rucksack noch holt, meint er cool. Der ist ja schwerer als Du
selber. Irgendwann muss auch ich dann abhängen lassen. Wird mir zu schnell bzw.
ich bin nun extrem Müde und die Augen fallen mir dauernd runter. Auch Übungen
und Ohrfeigen hilft da nichts mehr. Da ich aber einfach nur geschafft bin und
mit der Müdigkeit kämpfen muss bekomme ich aber schon mit wo ich durchlaufe.
Mir wird nun bewusst, wo ich letztes Jahr mit Misty zusammen rumgeirrt bin und
wir dauernd eingeschlafen sind. Vorteil diesmal, es ist Tag und nicht Nacht.
Kurz vor dem nächsten Waterpoint, es muss so gegen 14 Uhr gewesen sein rennt
mir jemand entgegen. Klar das ist eine riesen Überraschung. Charmaine und ihr
Mann haben hier auf uns gewartet. Das ist der Aufsteller schlechthin. Am
Wasserpoint verpflege ich mich erstmal und natürlich haben wir viel zu
besprechen und zu bereden seit wir uns vor einem Jahr das letzte Mal gesehen
haben. Richard treffe ich auch, er hat seinen Vorsprung zu einem kleinen
Nickerchen genutzt. So gegen 15 / 15.30 Uhr müssen wir uns dann von unseren Freunden
verabschieden und wieder auf den Weg machen. 13 lange km stehen an.
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| Besuch von Freundin Charmaine, das war eine tolle Überraschung |
Auch dieser Teil der Etappe
dünkt mich wieder, dass er überhaupt nicht enden will. Dafür kurz vor dem Race
Village wird es nochmals richtig spannend und abenteuerlich. Wir beide, Richard
und ich finden in der Dunkelheit den Weg nicht mehr. So entscheiden wir uns,
dass wir uns trennen und nach der richtigen Richtung Ausschau halten. Hier ist
es sehr gefährlich und der riesige Wasserfall, das ganze Gebiet ist hier eine Naturattraktion,
lässt in die eine Richtung kein Weiterkommen mehr zu. Richard finde ich dann
auch nicht mehr. Irgendwann kann ich mich am Schein einer Taschenlampe wieder
orientieren und treffe auf Erik der etwas besorgt scheint. Glücklich schaffe
ich es dann aber um 20.18 Uhr ins RV 5
wo ich Richard und etwas später dann auch René wieder treffe. Hier an diesem
Punkt war letztes Jahr für mich Ende. Also bis dahin ist es geschafft und ich
bin sehr zuversichtlich, ja sogar felsenfest überzeugt, dass ich es diesmal
wirklich bis ins Ziel schaffe. Wir verpflegen uns kurz und dann sind drei
Stunden Schlaf angesagt. Hab schon lange nicht mehr so tief geschlafen wie in
dieser kurzen Zeit.
6. Etappe Bourke`s luck Potholes to
Blyde Canyon Viewpoint 20 km
Finish Line → km 381
Jetzt heisst es nochmals alle
Kraft zusammen nehmen. 20 letzte Kilometer liegen noch vor uns. Wir werden es schaffen,
das ist so klar wie das Amen in der Kirche. Punkt 24 Uhr laufen wir los. Allen
uns dreien ist der letzte Streckenabschnitt unbekannt und der wird nochmals ein
paar kleinere Überraschungen bringen. Ich fühle mich nach dem kurzen deftigen
Nickerchen ganz gut. Ausser über die schmerzenden Füsse kann ich mich, das
nahende Ziel vor Augen, über nichts beklagen. Natürlich sind die Schritte
kürzer und auch strenger als noch vor viereinhalb Tagen. Entweder laufe ich
voraus oder Richard. Rene nehmen wir in unsere Mitte und ich muss sagen ich bin
ganz froh, dass die beiden anderen so gute GPS Leser sind. Beide haben ihren
Treck auf einem Handgerät aber zusätzlich auch noch auf der Uhr. Dies erspart
einem das dauernde ein und auspacken des Gerätes. Ich Gedanken bin ich schon
lange beim Zieleinlauf und ich glaube meinen beiden Kollegen geht es genauso.
Und so kam es natürlich wie es kommen musste. Von km 11-ca. 16 vor dem Ziel
suchen wir wieder den Weg. Getäuscht durch das fahle Licht aber auch bedingt
durch die Müdigkeit unterschätzen wir das Reststück. Zudem ist in diesem
unwegsamen Gelände auch kein Weg mehr sichtbar.
Und plötzlich, in der Ferne sehen wir ein Auto. Jetzt wusste wir, auf diese
Strasse müssen wir, dort geht’s dem langersehnten Ziel entgegen. Plötzlich sind
es zwei Wagen von denen aus uns die Insassen mit dem Feldstecker beobachten.
Erik und Alex, Rolf, Stefan und Annette haben uns im Visier. Wir freuen uns
extrem und mit dem Sonnenaufgang und einer fantastisch, euphorischen Stimmung laufen wir den anderen entgegen. Es
sind die letzten Meter bevor wir auf die Strasse kommen in denen wir nochmals
alleine zu dritt zusammen sind. Ich bin sicher, wir nehmen alle das gleiche
wahr in diesem Moment.
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| Letzter Anstieg und «back to reality» |
Raus aus einer wunderbaren anstrengenden und nie
vergessenden Woche hin auf die Strasse zurück zur Realität des Alltags. Ich und
ich bin sicher auch meine Freunde bedauern das fasst ein bisschen den. Denn
diese fünf Tage haben uns als Menschen und Freunde sehr eng zusammen
geschweisst. Ich gebe es zu, beim Wiedersehen mit Stefan konnte ich ein paar Tränen
der Freude nicht verbergen und ich glaube es ist nicht nur mir so ergangen.
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| 2 km vor dem grossen Ziel |
Die
letzten zwei Kilometer hin zur Finish Line wurden dann so etwas wie ein persönlicher
«Dreier Siegeszug». Wir scherzen, lachen und sind einfach nur glücklich. Und
dann sind es noch 300 Meter die wir gemeinsam Seite an Seite, gefolgt von einer
Live Aufnahme direkt auf Facebook, gemeinsam bis über die Ziellinie laufen.
Diesen Moment der Erlösung, der Umarmungen und des Zufriedensein werde ich sicher
nie mehr vergessen. Eineinhalb Jahre mit vielen Entbehrungen, Verzichten,
persönlichen Kämpfen und nicht zu vergessen auch dem eigenen Umfeld viel
zugemutet, hat nun ein überaus positives
Ende genommen. Einige der anderen Läufer welche die Ziellinie Stunden vor uns
überquert haben oder leider aufgeben mussten haben uns empfangen und man hat es
richtig gespürt, alle haben es uns von Herzen gegönnt, dass wir es gepackt
haben. Nur schon diese Tatsache hat es gerechtfertigt all die Strapazen nach
dem letztjährigen scheitern nochmals auf mich zu nehmen. In diesen Minuten habe
ich endlich meinen Frieden mit dem Munga Trail gefunden.
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«Sieger und Finisher in einem»
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Siegerehrung und Dank
Nach vielen Fotos und den
ersten Gesprächen mit den Kollegen konnte ich mit Stefan, Anette und Rolf in
die Lodge zurückfahren. Ein super Frühstück sollte mich erst mal wieder zu
Kräften kommen lassen. Nach einer wohltuender Dusche hat sich Johan der Doc
noch meine Füsse angeschaut und kurz verarztet. Mehr kann man bei diesem Meer
von Blasen gar nicht machen. Ich glaube es waren zwischen 12-15 aufgeplatzte oder
noch volle Blasen die meine zarten Füsschen zierten. Das wird dann die Zeit, während
der nächsten Woche aber wieder ins Lot bringen. Apropo Duschen…erst jetzt merke
ich dass ich während den ganzen letzten fünf Tagen nur eine Duschkabine
aufgesucht habe. Also nicht nur mein Gepäck, welches von Annette kurzerhand in
die Waschmaschine verfrachtet wurde, hat etwas seltsam gerochen. Nein auch ich
habe mich nicht gerade Zivilisationskonform meinem nächsten Umfeld präsentiert.
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| Blyde river canyon |
Nachmittags um drei Uhr, nach
kurzer Ruhephase fand dann bei einem super kalten Buffet die Siegerehrung
statt. Bennie und Nicky die letztjährigen Sieger konnten ihren Titel
verteidigen und wurden mit je 50`000 Rand (ca. CHF 4`000) belohnt. Ein für
Südafrika stolzer Betrag. Bennie wurde aber von Pavel, der sich leider
verlaufen hat und neun Stunden einbüsste und von Bo Larson hart bedrängt. Ein Ereignis, von welchem ich erst Wochen
später erfahren habe ist Bo und Nicky während dieser Tage wiederfahren.
Plötzlich und wie aus dem nichts stand ein Leopard vor ihnen. Ich weiss nicht
wer mehr erstaunt gewesen sein musste. Jedenfalls hatte die kleine Katze
anscheinend kein Bedürfnis mit den beiden Läufern zu spielen und verzog sich
wieder im Dichticht. Bo hat sich nach diesem Erlebnis ein Munga Tattoo mit
Leopard stechen lassen.
Ein ganz, ganz bisschen war ich dann auch auf mich stolz als mir bei der
Siegerehrung mit der Medaille welche wir bereits beim Zieleinlauf erhalten
haben, der 8 Platz bestätigt wurde. Lohn für viele harte Stunden in der letzten
Woche aber auch bereits die Monate davor.
Vicky, welche bereits im
letzten Jahr versuchte den Lauf nur mit Wandern zu bestreiten musste auch
dieses Jahr einsehen, dass dies ohne Rennen nicht möglich sein kann.
Anscheinend will sie es aber nächstes Jahr nochmals versuchen. Ich drücke ihr
die Daumen, dass es vielleicht doch noch klappt. Stefan und auch Rolf hätte ich
es von Herzen gegönnt, wenn sie es diesmal mit mir zusammen geschafft hätten. Dies
war sicherlich der einzig negative Punkt dieses Laufes für mich. Von Stefan
weiss ich, dass er sich sehr seriös und geplant darauf vorbereitet hat. Aber
auch sein Fall bestätigt, dass man einen mindest Protzentsatz einfach rennen
muss. Ich schätze, dass es bei mir so ca. 35-40% waren. Den restlichen Teil der
Strecke musste laufend zurückgelegt werden. In meinem Fall hat sich auch die
geänderte Schlafstrategie bewährt. Weg von mehreren kleinen Power Naps hin zu
wenigen längeren Schlafeinheiten. Meine Schlafzeit betrug in etwas 12-13
Stunden auf die gesamte Laufzeit, wobei
aber auch noch ein zwei Powernaps und allgemeine Ruhephasen dazu kamen. Bedingt
durch das nicht ganz so heisse Wetter und mit den definierten Waterpoints ca.
alle 30 km konnte man sich Verpflegungsmässig sehr gut einteilen.
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| Treuer Begleiter |
Wie bereits erwähnt mag man
sich fragen, wie Erik und Alex bei nur 15 Teilnehmenden diesen Lauf
organisieren konnten. Für das was uns Läufern und Läuferinnen aber in diesen
fünf Tagen geboten wurde kann man nur staunen. Es hat an nichts gemangelt, die
Hilfestellung an den Checkpoints, sowie vor und nach dem Lauf waren sensationell.
Erik und Alex vielen Dank für dieses einmalig tolle Ereignis. Ich kann es nur
weiterempfehlen und bin nun fast etwas traurig, dass es für mich das letzte Mal
war. Macht weiter so.
Mein herzlichster Dank geht aber auch dieses Jahr an meine Partnerin Monica.
Danke Dir für dein grosses Verständnis und die jederzeitige «Freistellung» fürs
Training. Auch meine Lauf- und Trainingspartner möchte ich Danken. Danken für
die tollen Läufe mit euch zusammen.
Dir Stefan Müller möchte ich ganz speziell danke sagen. Erstens für deine
Bemühungen letzten Sommer im Engadin, dass ich mich für eine zweite Teilnahme
entscheiden konnte und ganz herzlichen Dank Dir und Annette für die grosszügige
Gastfreundschaft vor und auch nach dem Lauf in Pretoria.
Und last but not least danke ich meinen zwei einmaligen Freunden Rene und
Richard für das gemeinsame Erlebnis während diesen Tagen. Die Gespräche aber
auch die gemeinsam unausgesprochenen Entscheide um dieses für uns grosse Ziel
zu schaffen hat und menschlich näher gebracht. Freue mich jedenfalls schon
heute, wenn wir zusammen irgendwann wieder am KAEM oder anderswo laufen und von
den vergangenen Erlebnissen erzählen können.
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| Rangliste des 2. Munga Trails 2018 |
«Run4ayoba»
Noch ein Wort zu meinem
Spendenlauf. Es ist unglaublich mit welcher Solidarität und Grosszügigkeit sich
auch dieses Jahr wieder viele Spender und Gönner an meinem Projekt «Run4ayoba»
beteiligt haben. Mein Dank geht an jeden Einzelnen von Ihnen für Ihren grossen Beitrag
für die ärmsten und schwächsten unserer Gesellschaft. Ich kann Ihnen allen
garantieren, dass jeder gespendete Franken zu 100% ins «ayoba-YES-Programms» einfliessen wird. Beim
YES-Programm wird der Hauptfokus auf die soziale Integration, den schulischen
Abschluss sowie die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen gelegt. Mit
dem gesammelten Beitrag von knapp CHF 12`000 / (160`000 Südafrikanische Rand) ermöglichen Sie wieder einer
ganzen Gruppe junger Menschen die Teilnahme an einem Jahresprogramm im Camp
Sweetdale und somit die Chance sich mit einer beruflichen Ausbildung und oder
einem Studium Lebensperspektiven zu erarbeiten um am sozialen Leben teilzuhaben.
Roland und Sibylle Wenger, Gründer des Camp Sweetdale
«The Munga Family»
Alex Harris (l) und Erik Vermeulen (r)
Die beiden Organisatoren. Exzellenter Event den die beiden auf die Beine
gestellt haben. Beste Organisation und Betreuung für jeden Einzelnen. Danke.
Bennie
Roux
Titelverteidiger und nun zweifacher Sieger des Munga Trail. Ein toller Läufer
den ich leider nur kurz von hinten gesehen habe. 1. Rang / 1.Mann
Bo
Larsson
Aus Dänemark und wie im Vorjahr sein Landsmann Carsten belegt er den zweiten
Gesamtrang. Starke Leistung. Einige Wochen später ziert ein tolles Leoparden Tattoo
seinen Oberkörper. 2. Rang / 2. Mann
Nicky Booyens
Das Pendant zu Bennie. Ebenfalls zweifache Munga Siegerin. Unglaublich wie sie
läuft, dabei hat sie ja nicht gerade die längsten Beine. Bravo grandiose
Leistung. Sie dominierte das Rennen der Frauen und lief auf den 3. Rang / 1. Frau
Pavel
Paloncy
Tscheche,
extrem stark und ausdauernd. Wer weiss was passiert wäre, wenn er sich nicht
verlaufen hätte. 4. Rang / 3. Mann
Brad
Hymann (r.)
Seine Teilnahme wurde erst 4 Tage vor dem Rennen bestätigt. Als Fünfter im
Gesamtklassement lief er für die «The Smile Foundation» Babys helfen, die eine
rekonstruktive Gesichtschirurgie benötigen. 5. Rang / 4. Mann
Andy
Wesson (l.)
Läufer vom Ostkap lief ebenfalls ein starkes Rennen. 6. Rang 5. Mann
Rene
Volgraaff
Mit ihr habe ich bereits den Munga 2017 zu einem grossen Teil zusammen
gelaufen. Einfach fantastisch wie wir uns ergänzt haben. Bei einem nächsten
Start traue ich ihr ein noch verbessertes Ergebnis zu. Starke Kartenleserin und
sehr ausdauernd. Hat Spass gemacht mit ihr in unserer Dreiergruppe. 7. Rang /
2. Frau
Stephan
Keller ich
Schweizer und ebenfalls zweimaliger Teilnehmer. Diesmal hat es geklappt und die
Monster des letzten Jahres konnten besiegt werden! 8. Rang / 6. Mann
Richard
Shanon
Der
dritte unseres «Dream Teams». Aufgestellt, witzig und stark in den flachen
Etappen. Berge kennt er in Zambia nicht sehr viele. Da konnte ich doch glatt
auch mal die Führung übernehmen als es hoch ging. Hoffe ihn am KAEM wieder zu
treffen. 9. Rang / 7. Mann
Stefan
Müller
Wenn man bedenkt, dass er erst vor ein paar Jahren mit Laufen begonnen hat kann
man seine Leistung nicht hoch genug einschätzen. Ein grossartiger Freund. Es
war eine Ehre für mich mit ihm zusammen dieses Abenteuer anzugehen. Hoffe es
war nicht das letzte Mal.
Rolf
Müller
Bruder von Stefan war auch letztes Jahr dabei. Auch er versuchte es noch
einmal. Leider hat es nicht ganz gereicht. Trotzdem grossartige Leistung. Dafür
hat er mich am Two Oceans Marathon drei Wochen davor klar geschlagen.
Vicky
van Ziel (r
auch eine Wiederholungstäterin. Gewaltig welche Strecke
sie nur mit Walken zurückgelegt hat. Ihr Wanderstock war steter Begleiter von
ihr. Sie konnte zudem ihren 40.
Geburtstag am Lauf feiern.
Brigid Wefelnberg
Eine äusserst erfahrene Wüstenläuferin die schon Tracks
von 500 km und mehr gefinisht hat. Leider hatte sie infolge einer Magenverstimmung keine
Möglichkeit das Rennen zu Ende zu laufen.
Facts and figures
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Teilnehmer: 15 Personen (11Männer + 4
Frauen)
Finisher: 9 Personen
(7 Männer + 2 Frauen)
Zeit: 115
Stunden 8 Minuten
86
Std. 32 Min. bis 115 Std. 8 Min
Streckenlänge: 381 km
Höhenmeter: ca. +14`000 m /
ca. -15`000 m
Höchster Punkt: 2113 m.ü.M
Tiefster Punkt: 1146 m. ü.M
Checkpoints: 5 Race
Villages
9
Waterpoints
Streckenführung: Ausschliesslich GPS Tracks
Klima: 20-25 Grad / 8-15 Grad
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| «The Munga Family 2018» |
Zürich / Uster, April 2018
ste.keller@gmx.ch
Bildgalerie
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